Ausstellung In Memoriam

6. Januar 2012 von  
unter: News, Veranstaltungen

27. Januar 2012
19:30
1. Februar 2012
19:00

Am Freitag, 27. Januar 2012, um 19.30 Uhr richten die Stadt Idar-Oberstein und Schalom e. V. in der Göttenbach-Aula eine Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus aus.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Gedenkveranstaltung steht die Eröffnung der Ausstellung „In Memoriam“ von Michael von Cranach. Weiterhin erfolgt eine Lesung der Kölner Journalistin Daniela Martin aus ihrem Buch „…die Blumen haben fein geschmeckt“. Ergänzend zur Gedenkveranstaltung hält Anne Sinclair am Mittwoch, 1. Februar 2012, um 19 Uhr in der Göttenbach-Aula ein Referat zum Thema „Euthanasiemaßnahmen in unserer Region“.

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Seither ist Auschwitz das Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden. Der Jahrestag wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum internationalen Holocaust-Gedenktag.

Seit etlichen Jahren richten Stadt und Schalom e. V. gemeinsam eine Gedenkveranstaltung zum 27. Januar aus. In diesem Jahr widmet sich die Veranstaltung der Ausstellung „In Memoriam“ des Psychiaters und Psychotherapeuten Prof. Dr. Michael von Cranach. Die Ausstellung leistet eine Aufarbeitung der Psychiatrie in der Zeit des Nationalsozialismus. Zwischen 1939 und 1945 wurden bis zu 200.000 Menschen ermordet, weil sie psychisch krank oder geistig behindert waren. An der Initiative, Rechtfertigung, Planung und Durchführung dieser sogenannten „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ waren Psychiater maßgeblich beteiligt. Die Ausstellung, die bis zum 3. Februar zu sehen ist, wird in Idar-Oberstein durch Zeittafeln, Namenslisten und Dokumente der Kreuznacher Diakonie ergänzt.

Neben Grußworten von Oberbürgermeister Bruno Zimmer und der Schalom-Vorsitzenden Jutta Walber, einer Einführung in die Ausstellung durch Michael von Cranach sowie der musikalischen Begleitung durch Cosima und Tristan Logiewa erfolgt im Rahmen der Ausstellungseröffnung auch eine Lesung der Kölner Journalistin Daniela Martin. In ihrem Buch „…die Blumen haben fein geschmeckt“ schildert sie die Biografie ihrer Urgroßmutter Anna L., die am 5. Juli 1940 in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein der nationalsozialistischen „Euthanasie“ zum Oper gefallen ist. Das Leben der Anna L., die Jahre in verschiedenen psychiatrischen Einrichtungen der 1920er und 1930er Jahre verbrachte, steht exemplarisch für viele Schicksale der „Euthanasie“-Opfer und ist doch eines der wenigen, die in diesem Umfang und dieser Intensität der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Ergänzend zur Gedenkveranstaltung hält die stellvertretende Schalom-Vorsitzende Anne Sinclair am Mittwoch, 1. Februar 2012, um 19 Uhr in der Göttenbach-Aula ein Referat zum Thema „Euthanasiemaßnahmen in unserer Region“. Darin berichtet sie von den Ermordungen behinderter Menschen aus den Diakonieanstalten Niederreidenbacher Hof und Asbacher Hütte durch Euthanasiemaßnahmen. Musikalisch begleitet wird der Vortrag von Andreas Müller. Der gebürtige Niederwörresbacher ist Musiklehrer an der Michael-Schule in Freiburg und singt seit 2008 Lieder im Hunsrücker Dialekt.

(Pressemitteilung Stadtverwaltung)

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